Schi Club Gherdëina Raiffeisen - 2021/22

Mein Team stand nach vier gelungenen Sprüngen auf dem vierten Rang, knapp hinter Japan und genauso knapp vor Deutschland. Wir wussten also schon von Anfang an, dass es ein spannendes Rennen werden würde. Und genauso war es auch: Nachdem drei von vier Athleten ihr Rennen bereits hinter sich hatten, war unser vierter Athlet auf der Piste. Japan war bereits zuvor auf die fünfte Position zurückgefallen, also war die Aufgabe unseres letzten Athleten, den Abstand zu Deutschland so groß wie möglich zu halten, um als Dritter ins Ziel zu kommen. Leider wurde der Abstand immer kleiner, sodass wir bis zum Ende zittern mussten. Letztendlich konnten die perfekt präparierten Skier ausgenutzt werden, um den Zielsprint zu gewinnen und als Dritte das Rennen zu beenden. Die Freude, die ich und das ganze Team in diesem Moment gespürt haben, ist kaum möglich zu beschreiben. Wir konnten es alle kaum glauben, denn niemand hatte es erwartet, dass wir eine Medaille gewinnen würden. Nach sehr vielen Fotos, Glückwünschen und High-Fives sind wir zurück ins Hotel gefahren und haben eine kleine Party geschmissen, bevor wir erschöpft, aber zufrieden schlafen gegangen sind. Die Junioren-WM in Lahti hat mir wieder unglaubliche Emotionen geschenkt, an die ich mich nur zu gerne zurückerinnere. 24-27/02/2021 - OBERSTDORF Die Weltmeisterschaften in Oberstdorf waren eine ganz merkwürdige Erfahrung und werden nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Insgesamt konnten vier Grödner Skispringer/innen und vier nordische Kombinierer/innen an der Weltmeisterschaft teilnehmen, was das ganze Geschehen einzigartig gemacht hat. Wie die Grödner Athleten die Weltmeisterschaft erlebt haben, erfahrt ihr jetzt: DANIELA DEJORI, NORDISCHE KOMBINATION „Meine ersten Senioren-Weltmeisterschaften standen vor der Tür. Zusammen mit allen anderen Athleten des italienischen Skiteams haben wir in einem Hotel gewohnt, welches nur von unserem Team besetzt war. Eigene italienische Köche stand uns jederzeit zur Verfügung, damit wir optimal für den Wettkampf versorgt waren. Obwohl es Ende Februar war, waren die Temperaturen teilweise über 24 Grad, weshalb wir mit Sommerkleidung auf dem Schnee trainiert haben. Einige Tage vor dem Wettkampf konnten wir mehrere Trainingssprünge absolvieren und die Rennstrecke testen, die sehr stark unter den warmen Temperaturen gelitten hat. Am Tag des Wettkampfes, den 27. Februar, ging alles schnell über die Bühne. Mit meinem Sprung von 94 m war ich sehr zufrieden, denn bei den Trainingssprüngen hatte ich mich auf der Schanze gar nicht zurecht gefunden. Um 15.00 Uhr fand schließlich der Langlaufwettkampf statt. Die Kameras waren alle auf uns gerichtet, als wir in das menschenleere Stadion hineingelaufen sind. Selbst wenn keine richtigen Zuschauer, sondern nur Menschen aus Pappkartonen anwesend waren, war der Einlauf ins Stadion sehr aufregend, weil man wusste, wie viele Leute von Zuhause aus den Wettkampf verfolgen würden. Die Piste wurde von den Organisatoren optimal präpariert und der Wettkampf war nach knappen 15 Minuten auch schon vorbei. Ich hatte es geschafft, zwei Positionen aufzuholen und kam schließlich als siebte ins Ziel, eine Plazierung, mit der ich sicherlich nicht gerechnet hätte. Leider mussten wir aus Sicherheitsgründen am selben Tag noch abreisen, da es einige Covid-19 Fälle in der „Casa Italia“ gab. Nach einem sehr kurzen, aber schönen Aufenthalt in Oberstdorf war die lang ersehnte Weltmeisterschaft dann schon vorbei.“ 153 SCHICLUB - GHERDËINA 2021|22

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